Bring Me The Horizon

BRING ME THE HORIZON

Wir sprechen über die fünf Bandalben und das neue sechste Album mit Drummer Matt Nicholls.

BRING ME THE HORIZON

Wir sprechen über die fünf Bandalben und das neue sechste Album mit Drummer Matt Nicholls.

In den vergangenen vierzehn Jahren hat sich die Band Bring Me The Horizon von chaotischen, aber talentierten Teenagern zu einer der wegweisenden Rockbands Großbritanniens entwickelt. In ihrer erfolgreichen Karriere haben die Jungs von Electronica über Hardcore bis hin zu Orchesterbegleitung so einiges ausprobiert. Dabei findet die Band immer eine meisterhafte Mischung aus unterschiedlichsten Einflüssen mit einem frischen, ansteckenden und explosiven Sound.

Erst kürzlich hat sich Bring Me The Horizon mit New Era zusammengetan, um eine Limited-Edition-Kappe zu entwerfen. Dabei entschied sich die Band für einen lässigen Old-School-Look – das Ergebnis ist eine klassische Vintage-Baseballkappe aus veganer Wolle.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit haben wir uns mit Matt Nicholls, dem Schlagzeuger von BMTH, zusammengesetzt und uns über die Entwicklung des Sounds im Laufe der fünf Bandalben und die Erwartungen an das mit Spannung erwartete sechste Album, das voraussichtlich ab Januar 2019 erhältlich ist, unterhalten.

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Okay, wenn du an euer Debütalbum „Count Your Blessings“ zurückdenkst, das 2006 erschienen ist. Wie war das Leben damals für euch?

Es war komisch. Wir waren ja erst 18/19 Jahre alt. Wir haben vor diesem Album eine EP mit vier Tracks veröffentlicht. Da waren ein paar echt schräge Songs dabei. Um ehrlich zu sein wollten wir einfach ein paar Lieder rausbringen, die wir live spielen konnten. Wir hatten damals noch keinen eigenen Stil. Wir wollten einfach nur, dass die Leute dazu abgehen.

Dann hat uns ein Indie-Label unter Vertrag genommen und wohl auch etwas von uns erwartet. Aber wir waren noch jung und wussten nicht wirklich, was wir da taten. Ich konnte kaum Schlagzeug spielen. Wir wurden einfach ins kalte Wasser geworfen. Wir haben ein Apartment in Birmingham gemietet und dort die Platte aufgenommen. Das war das pure Chaos.

Wieso das?

Weil es niemanden gekümmert hat. Du warst im Studio, hast deinen Teil abgeliefert und bist dann einfach ins Pub oder sonst wohin. Wir sind dann jede Nacht losgezogen.

Euer Stil wurde damals als „Deathcore“ bezeichnet. Hattest du das Gefühl, dass das eure Musikrichtung war?

Ich glaube, das hat sich einfach jemand ausgedacht. Uns war das wirklich ganz egal, wir wollten einfach nur geile Musik zum Moshen machen.

Stimmt es, dass ihr in dieser Anfangszeit auch auf jede Menge Ablehnung und Hass gestoßen seid?

Die Leute haben uns für alles gehasst, was wir gemacht haben. Wir gingen auf Tour mit bekannten Metal-Bands und die Leute dachten sich vermutlich: „Wer sind die? Wieso sind die auf Tour mit meiner Lieblingsband?“ Wir waren keine Idioten, aber wir waren jung und gleichgültig, also wirkten wir wahrscheinlich wie Idioten. Wir befanden uns einfach in einer komischen Situation, mit der wir damals nicht klarkamen.

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Weiter ging es mit „Suicide Season“ im Jahr 2008 – war das Album deiner Meinung nach die offizielle Geburtsstunde der Band?

Ja, ich glaube das fiel mit unserem ersten Amerikabesuch zusammen, der hat uns echt die Augen geöffnet. Wir sind vier Monate durchgehend durch das Land getourt, einfach nur wir fünf. Wir haben unsere Songs gespielt, Fanartikel verkauft und auf engstem Raum aus dem Koffer gelebt. Wir waren mit Bands wie „Bury Your Dead“ und „Nights Like These“ unterwegs, von denen wir uns einige Anregungen geholt haben. Unsere erste Platte sollte einfach nur reinhauen, wohingegen der Ansatz bei der zweiten Platte deutlich vielschichtiger war. „Nights Like These“ spielten unverfälschte Riffs, diese Stimmung haben wir übernommen. Wir sind außerdem erwachsener geworden und unser Geschmack hat sich verändert. Als wir jünger waren, standen wir einfach auf schnelle Passagen, aber zu diesem Zeitpunkt haben wir uns auch mit Electro und Hintergrundmusik befasst.

Wo habt ihr dieses Album aufgenommen?

Wir haben die Lieder in Sheffield geschrieben, die Aufnahmen fanden dann in der Nähe von Göteborg, Schweden, statt. Es war superländlich, mitten im Nirgendwo, nur Seen und Wälder. Es gab ungefähr zwei Geschäfte und ein Musikstudio.

War dir die Abgeschiedenheit sehr wichtig?

Ja, zumindest hatten wir damals das Gefühl. Heute würden wir uns die Haare raufen, aber damals dachten wir: „Yeah, wir gehen jetzt tief in uns und stürzen uns in die Arbeit.“ Wir sind jeden Morgen aufgestanden und direkt ins Studio gegangen. Es war manchmal ganz schön langweilig, aber sehr ruhig.

Wenn Bandmitglieder verschiedene Einflüsse einbringen – passiert das individuell? Oder habt ihr euch alle gleichzeitig auf einmal z. B. für elektronische Musik interessiert?

Wir alle waren schon immer eng befreundet. Ich kenne Bands, deren Mitglieder sich nicht so nahe stehen, und wenn gerade keine Tour oder keine Aufnahmen anstehen, sehen sie sich kaum. Wir haben allerdings alle im selben Gebäude in Sheffield gewohnt. Unsere Einflüsse sind also irgendwie miteinander verschmolzen und das war dann für alle okay. Wir haben uns gemeinsam Sachen angehört und wussten so, was wir mit unserem Sound machen wollten.

Das 2013 erschienene Album „Sempiternal“ scheint einen großen Wendepunkt in eurer Karriere zu markieren. Ihr seid bei einem großen Plattenlabel unter Vertrag gegangen. Heißt das, euer Budget wurde größer und damit auch der Ehrgeiz?

Ich glaube, es ging nicht so sehr ums Geld. Viele denken ja, wenn du bei einer Plattenfirma unter Vertrag bist, erhältst du von denen automatisch jede Menge Geld, aber so funktioniert das nicht. Wir haben uns nach den Touren eine einjährige Auszeit genommen, weil wir nicht wussten, was wir als nächstes machen wollten. Wir waren uns noch nicht mal wirklich sicher, ob wir als Band weitermachen wollten. Niemand wusste, was passieren würde, insbesondere in Bezug auf unser Privatleben. Aber wir haben dann begonnen, mit Jordan Fish (von der Band „Worship“) Songs zu schreiben. Letztendlich ist er als Mitglied bei uns eingestiegen. Das hat der Band ein völlig neues Element verpasst. Das war echt ein Durchbruch, das Beste, was wir je gemacht haben. Lee und Oli haben immer den Großteil des Songschreibens übernommen, und ich glaube, mit Jordan im Team konnten wir unsere kreativen Grenzen deutlich erweitern. Die vorigen drei Platten waren an sich gut, aber mit Jordan haben wir eine völlig neue Ebene gefunden.

Die Platte klingt teilweise richtig beflügelnd.

Ja, zu diesem Zeitpunkt waren wir 25/26 Jahre alt und waren gemeinsam mehr als sieben Jahre auf Tour gewesen. Jeder hatte eine schwierige Phase gehabt und letztendlich haben wir uns alle gut entwickelt. Deswegen klingt diese Platte so, wie sie klingt. Ich glaube, das Gefühl haben wir auf unsere Songs übertragen.

Man kann auch einen filmischen Sound heraushören.

Ja, ein richtiger Klangteppich. Man kommt mit Gitarre, Schlagzeug und Bass nur bis zu einem bestimmten Punkt. Mit elektronischem Sound ergaben sich jedoch viele neue Möglichkeiten. Wenn man sich zum Beispiel „Nine Inch Nails“ anhört – das ist eine Klangflut. Einfach ganz anders als eine gewöhnliche Rockband.

Anschließend kam „That's The Spirit“ heraus – würdest du sagen, dass das eure kommerziellste Platte war?

Ja, das Rockelement ist zwar nach wie vor vorhanden, aber das Wichtige war, dass Oli angefangen hat, richtig mit Melodien zu singen. Und das hat uns weitere Türen geöffnet. Wir haben Popelemente mit Metal verbunden und waren richtig zufrieden damit, wie gut das funktioniert hat.

Wolltet ihr beweisen, dass ihr so eine Platte aufnehmen könnt? Etwas, das international gut ankommt?

Ich glaube nicht, dass wir damit etwas beweisen wollten. Wir wollten einfach das machen, was wir machen wollten. Wir wollten eine Band sein, die verschiedene Arten von Menschen anspricht. Menschen, die einfach gute Musik mögen. Wir wollten uns nicht in eine Schublade stecken lassen.

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Das bringt uns zu eurem kommenden Album „amo“. In einem Kerrang-Interview hat Oli die Platte als „vielseitig, frei und verrückt“ beschrieben – kannst du das näher ausführen?

Das stimmt! Diese Platte ist einfach verrückt. Üblicherweise haben wir die Songs so gut wie fertig, bis es ins Studio geht. Also ca. zu 95 Prozent fertig. Aber bei dieser Platte liefen der Schreib- und der Aufnahmeprozess irgendwie nebeneinander her. Die fertigen Lieder waren ganz anders als die Demos. Und wir saßen da und dachten: „Das ist so merkwürdig. Ich hatte nicht erwartet, dass dieser Song in diese Richtung gehen würde.“ Wir haben echt die verrücktesten Richtungen eingeschlagen. Es klingt ganz anders, als man vermuten würde. Die meisten Leute erwarten ein Popalbum. Und es gibt auf jeden Fall Popelemente und Popsongs, aber gleichzeitig ist die Musik auch richtig hart. Das ist das Komische daran. Teils Heavy Metal, teils Pop. Aber ich glaube, den Leuten wird es gefallen.

Liegt dem Album „amo“ ein bestimmtes Thema zugrunde?

Nun ja, es heißt „amo“, also lieben. Das ist etwas Universelles. Sich selbst zu lieben, die anderen zu lieben. Es geht nicht einfach um kitschige Liebe. Es geht um Liebe im Allgemeinen.

Denkst du, eure Fans haben sich im Laufe der Jahre mit euch weiterentwickelt?

Es ist komisch, denn meistens werden wir gebeten, alte Lieder zu spielen. Ein bisschen wie: „Oh, ihr habt euch verändert.“ Aber um ehrlich zu sein habe ich das als Kind auch gemacht, wenn eine Band eine Platte veröffentlichte, die anders klang als die letzte. So sind Kinder nun mal. Aber ich denke, für jeden Fan, der uns aufgrund der Veränderung nicht mehr mag, gewinnen wir fünf neue Fans.

Vielen Dank, Matt.

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