JGrrey

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Ein Blick hinter die Kulissen des Sets zum ersten Musikvideo „Growing“ der Sängerin aus London

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Ein Blick hinter die Kulissen des Sets zum ersten Musikvideo „Growing“ der Sängerin aus London

Die 24-jährige JGrrey steht vor einem Mikrofon im Studio von „Colors Berlin“, dem YouTube-Kanal, der für unvergessliche Live-Sessions von Mac Demarco, Little Simz und Goldlink verantwortlich ist. In ihrem waldgrünen Trainingsanzug hebt sie sich klar von der pastellblauen Wand hinter ihr ab. Sie öffnet den Mund und stimmt die verträumte Soul-Melodie ihres Liedes „Don't Fade“ an. Ein Internet-Hit ist geboren.

Dieser Auftritt wurde in weniger als 6 Monaten mehr als 1,4 Millionen Mal angesehen und verschaffte der Sängerin aus Süd-London ihren Durchbruch.

 Sie beschreibt ihre Musik als „rauchig“ und „weich“ und ihre Inspirationsquellen reichen von Cypress Hill bis hin zu Lauryn Hill.

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„Dieses Lied entstand, weil ich zu diesem Auftritt eingeladen wurde“, sagt JGrrey bei unserem Treffen im New Era-Hauptsitz im Zentrum von London. „Ich habe es geschrieben, bevor ich da auftrat. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, worum es geht. Doch das tue ich... Es sind persönliche Erfahrungen.“

Ihre Erklärungen zu ihren Liedern bleiben geheimnisvoll, aber die Gefühle, die ihre Musik auslösen, sind glasklar. Sie beschreibt ihre Musik als „rauchig“ und „weich“ und ihre Inspirationsquellen reichen von Cypress Hill bis hin zu Lauryn Hill. Diese Referenzen scheinen zu passen, wenn man sich ihre jüngste Single „Ready 2 Die“ anhört. Der Titel (Bereit zu sterben) mag morbid erscheinen, aber in Wahrheit ist es ein ruhiges Stück, das wie die Vertonung einer Uber-Fahrt klingt, wenn man nach einer House-Party nach Hause fährt, die Sonne über einer leeren Stadt aufgeht und das Party-Nachleuchten alles, was man durchs Fenster sieht, erstaunlich, fremd und seltsam erscheinen lässt.

Davon abgesehen, dass ihr Vater DJ ist, ist JGrreys Familie nicht besonders musikalisch. Doch ihre Mutter träumte immer davon, dass sie berühmt wird. „Sie wollte unbedingt, dass ich die Bühnenkunstschule besuche und tanze und schauspielere“, sagt sie. „Als ich jünger war, war ich ein Wildfang. Ich interessierte mich nicht besonders für Jazz, aber das Singen habe ich immer über alles geliebt.“

SCROLLEN, UM MEHR ZU SEHEN

 Wenn man es wagt, seinen Namen mit zwei R zu schreiben, sorgt man damit für einen Aufstand in den Instagram-Kommentaren.

Doch die zwei R in ihrem Namen entstanden eher aus Not als aus künstlerischer Freiheit. Als sie sich bei Instagram als „JGrey“ anmelden wollte, war die nächst mögliche Option „JGrrey“, also entschied sie sich dafür. Schon bald wurde sie von Freunden „Double R“ genannt. Als ihre Musik bekannter wurde und sich ihre Follower verdoppelt hatten, sorgten die zwei R für viel Faszination unter ihren Fans. Wenn man es wagt, seinen Namen mit zwei R zu schreiben, sorgt man damit für einen Aufstand in den Instagram-Kommentaren.

Auch während wir sprechen, fällt es schwer, nicht auf die vielen Tattoos zu starren, die ihre Hände, Arme und Beine zieren. Auf ihren Fingern sind die Zahlen 1994 (ihr Geburtsdatum) tätowiert und irgendwo ist auch ein Buddha zu finden. Auf der Innenseite ihrer Hand ist das Wort „World“ tätowiert. Selbstverständlich: „Die Welt in meiner Hand. Macht das nicht nach“, lacht sie. Sonstwo ist ihre Glückszahl 13 zu finden und auf ihrem Knöchel befindet sich eine Widmung an den Wu Tang Clan. „Für keines davon gibt es eine wirklich gute Geschichte“, sagt sie mit einem Lächeln. „Sie gefielen mir einfach und ich dachte, es wäre cool, die immer bei mir zu haben.“

 „Wäre Manga [St Hilare] nicht gewesen, hätte ich es nie in ein Studio geschafft oder an meine Fähigkeiten als Sängerin und Songwriterin geglaubt.“

Die englische Rap- und Grime-Szene gehört zwar nicht direkt zu ihren Inspirationsquellen, aber sie steht deren Mitgliedern nahe und hat sowohl mit Manga St Hilare als auch mit Bonkaz zusammengearbeitet. Beide MCs spielten eine wichtige Rolle bei ihrer Entscheidung mit der Musik weiterzumachen. „Wäre Manga nicht gewesen, hätte ich es nie in ein Studio geschafft oder an meine Fähigkeiten als Sängerin und Songwriterin geglaubt“, sagt sie. „Das gleiche gilt für Bonkaz. Sie nahmen mich mit ins Studio und meinten: 'Oh, du kannst singen.' Das gab mir das Selbstbewusstsein zu denken: He, ich kann das.“

Nebst der Musik ist sie besessen von Pflanzen. Zuhause hat sie mehr als 40 unterschiedliche Pflanzen, wodurch ihr Schlafzimmer, das Bad und ihr Wohnzimmer aussehen wie ein gemütliches Gewächshaus. Sie hat diese Leidenschaft sogar ganz dezent in ihre nächste Single „Growing“ einfließen lassen. „Ein Lied, das ich mit einem Typen namens Ed Thomas geschrieben habe“, erklärt sie. „Ich glaube, es ist eines der besten Liedern, an denen ich bis jetzt gearbeitet habe. Es geht darum, physisch, spirituell und mental zu wachsen, um sich Situationen anzupassen und Dinge zu verstehen. Ich bin jetzt 24, also lerne ich viel über Dinge, die ich mit 18 vielleicht nicht erkannt hätte.“

Der Dreh zum Video von „Growing“ ist für ein paar Tage nach unserem Treffen angesagt. Sie will nicht zu viel verraten, aber sie sagt, dass ein junger Co-Star auftreten wird, der eine Mini-Version von JGrrey spielt. Das erklärt auch, weshalb sie nach Kappen für Kinder gefragt hat. „Ich und meine Mini-Version werden die gleichen Kleider tragen und beste Freunde sein,“ sagt sie mit einem Lächeln. „Ich bin sehr aufgeregt, das wird so cool.“